Tipps zur Betreuung von Menschen mit Demenz

Betreuung von Menschen mit Demenz im eigenen zuhause

Wenn Angehörige mit einer Demenzerkrankung zuhause betreut und gepflegt werden, ist es wichtig die eigenen vier Wände den Bedürfnissen der erkrankten Menschen anzupassen. Die folgenden Tipps können helfen, dass Demenzerkrankte den Alltag besser bewältigen können.

Auch Menschen ohne Demenz sehen die eigenen vier Wände als Ort der Sicherheit und Rückzugsmöglichkeit. Für Patienten mit einer dementiellen Erkrankung ist dies angesichts der Symptome der Krankheit von besonderer Bedeutung. Bereits kleine Änderungen erleichtern häufig den Alltag, wobei die Bedürfnisse der erkrankten Person im Vordergrund stehen sollten und mit dieser auch vorab abgesprochen werden sollten. Änderungen gegen den Willen der Betroffenen führen in den meisten Fällen nicht zu den gewünschten Erleichterungen, sondern haben häufig weitere Stressfaktoren für die Betroffenen und ihre Angehörigen zur Folge.
1. Licht
Nicht nur an Demenz erkrankte Menschen empfinden Licht und Helligkeit als angenehm. Auch gesunde Menschen fühlen sich im Sommer mit mehr hellen Stunden und dem intensiven Tageslicht häufig sehr viel besser als im Winter, mit vielen dunklen Stunden. Ganz besonders Menschen mit einer Demenz profitieren von möglichst viel Tageslicht. Zudem fördert der Tag-Nacht-Rhythmus einen gesunden Schlaf.
2. Jahreszeiten
Neben dem Tag-Nacht-Rhythmus bieten natürlich auch Uhren und Kalender eine zeitliche Orientierung für Menschen mit dementieller Erkrankung. Ganz besonders eignen sich hierfür speziell entwickelte Produkte, mit klarer Struktur und Ausfallsicherheit, welche also auch von den erkrankten nicht durch fehlerhafte Bedienung außer Betrieb gesetzt werden können. Selbstverständlich ist es besonders schön und förderlich, wenn dem Jahr seine Struktur mit einem der Jahreszeit angepassten Raumschmuck erhalten wird.
3. Orientierung
Im fortgeschrittenen Verlauf einer dementiellen Erkrankung wird auch zunehmend der eigene Haushalt zum Irrgarten und demenzkranke Menschen finden sich dann manchmal auch hier nicht mehr zurecht. Zuerst Beschriftungen, später dann ausschließlich Symbole an den Zimmertüren können bei der Orientierung helfen. Vom WC-Schild oder einer Badewanne an der Badezimmertür bis hin zu abgebildeten Lebensmitteln an der Kühlschranktür gibt es hier diverse Möglichkeiten. Neben einem Bett kann auch das eigene Porträtfoto des Erkrankten hierbei verwendet werden um das persönliche Schlafzimmer zu markieren. Häufig ist allerdings die Verwendung eines älteren Bildes besser geeignet, da sich Menschen mit Demenz auf aktuellen Bildern häufig nicht mehr erkennen.
4. Bodenbelag
Blanke Oberflächen des Bodens sind bei Menschen mit Demenz häufig ungeeignet, da ein blanker Boden an eine Eis- oder Wasserfläche erinnern kann, was wiederum Ängste auslösend sein kann. Erkennbar ist sowas an einer Art Tippelschritt, mit der sich die Betroffenen vorsichtig nach vorne tasten. Durch einen Teppich kann hier oft Abhilfe geschaffen werden. Hierbei sollte allerdings darauf geachtet werden, dass keine möglicherweise Ängste auslösenden Tiere auf dem Teppich zu sehen sind.
5. Gift
Wie bei kleinen Kindern sollten auch bei Menschen mit Demenz giftige und ätzende Mittel möglichst außer Reichweite gelagert werden. Alle in Flaschen befindlichen Flüssigkeiten werden häufig mit Getränken verwechselt. Auch giftige Pflanzen z.B. der Weihnachtsstern oder ein Fingerhut im Garten sollten beseitigt werden. Ganz sollte man Pflanzen aber nicht entfernen. Ein Austausch durch ungiftige Sorten ist deutlich besser, da die Pflege der Pflanzen und tägliches Gießen den Erhalt einer Tagesstruktur befördert.

Quellen:
www.kda.de
www.spiegel.de

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